Zum Inhalt

»Nein!« zum 12-Stunden-Tag Beiträge

Intro

12 Stunden pro Tag arbeiten. Das fordern Arbeitgeber_innenverbände wie die Industriellenvereinigung in den letzten Jahren immer wieder. Es müsse mehr gearbeitet werden. Das österreichische Arbeitszeitgesetz sei nicht flexibel genug. Fakt ist jedoch, dass die tägliche Höchstarbeitszeit verschiedener Berufsgruppen bereits jetzt bei 12 Stunden und mehr liegt (Pflege, Ärzte). Nun soll die maximale Arbeitszeit auch für Arbeitnehmer_innen in Gleitzeit-Arbeitszeitmodellen, auf Dienstreisen und für Lehrlinge von 10 auf 12 Stunden pro Tag erhöht werden.

FAQs: Oft gestellte Fragen

Wie sieht die aktuelle Situation aus? Wie lange darf in Österreich maximal gearbeitet werden?

Grundsätzlich gilt in Österreich eine Normalarbeitszeit von 8 Stunden pro Tag bzw. 40 Stunden pro Woche. Jedoch gibt es bereits jetzt zahlreiche Ausnahmen in Hinblick auf die Verteilung der Arbeitszeit auf die einzelnen Arbeitstage. So beträgt die tägliche Höchstarbeitszeit, inklusive Überstunden, 10 Stunden. Weitere Ausnahmen, in denen eine längere Höchstarbeitszeit erlaubt ist, bestehen z. B. bei Schichtarbeit, Arbeitsbereitschaft oder Überstunden bei besonderem Arbeitsbedarf. Darüber hinaus sind in vielen Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen weitere Ausnahmen festgelegt. Im Falle einer Vier-Tage-Woche sind seit der letzten Novellierung des Arbeitszeitgesetzes 2007 sogar Einzelvereinbarungen zwischen Arbeitgeber/in und Arbeitnehmer/in möglich.

Seit wann gibt es in Österreich den 8-Stunden-Tag?

In Österreich gibt es den 8-Stunden-Tag seit 1918. Damals noch bei einer 48-Stunden-Woche. Gesetzlich geregelte Arbeitszeiten und die schrittweise Verkürzung der Arbeitszeit gehörten zu den wichtigsten Zielen der historischen ArbeiterInnenbewegung, als auch der Sozialdemokratie bis in die 80er Jahre. So wurde die 40-Stunden-Woche nach einem Volksbegehren 1975 eingeführt. Seit 1985 gelten zudem für manche Branchen 38,5 Wochenstunden. In den letzten 20 Jahren lässt sich eine Wende beobachten, Bestimmungen für die Arbeitszeit werden seitdem zunehmend gelockert.

Worum geht es bei den aktuellen Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und ArbeitgeberInnenvertreterInnen?

Bereits im Regierungsprogramm zwischen ÖVP und SPÖ im vergangenen Jahr wurde die Flexibilisierung des Arbeitsrechts vereinbart. Im Frühjahr 2014 wurde bekannt, dass Verhandlungen zwischen VertreterInnen der ArbeitgeberInnen und Gewerkschaft über die Ausdehnung der täglichen Höchstarbeitszeit bereits im Gange sind. Diese soll bei Gleitzeit, für ArbeitnehmerInnen auf Dienstreisen und Lehrlinge um 2 Stunden (auf 12 bzw. 10 Stunden) erhöht werden. Nach Protesten verschiedener Organisationen wurden die Verhandlungen vorübergehend auf Eis gelegt. Über diesen Sommer wurden sie jedoch im Geheimen fortgesetzt.

Was ist das Problem dabei?

Die Diskussion um den 12-Stunden-Tag steht im Gegensatz zur bisherigen Forderung nach einer weiteren Reduzierung der Arbeitszeit, um diese gerechter zu verteilen. Die Erhöhung der täglichen Höchstarbeitszeit stellt einen weiteren Schritt in Richtung Aushöhlung arbeitsrechtlicher Bestimmungen dar. Die laufenden Verhandlungen darüber fanden und finden ohne Information der Öffentlichkeit statt, auch Gewerkschaftsmitglieder wurden nicht über ihre Meinung dazu befragt.

Was kann ich dagegen tun?

Teile das Video und diese Website via Mail, Facebook und Twitter mit deinen FreundInnen und Bekannten! Damit informierst du andere. Komm zur Konferenz des Aktionsbündnisses „Nein zum 12-Stunden-Tag“ (siehe oben), um dich mit anderen zu vernetzen und weitere Protestmaßnahmen zu planen. Schreib an die GewerkschaftsvertreterInnen und Nationalratsabgeordnete deines Vertrauens, um deinen Unmut über die drohende Verschlechterung sowie das intransparente Vorgehen seitens der GewerkschaftsvertreterInnen zu deponieren.

Gibt es auch positive Aspekte am 12-Stunden-Tag?

»Mit dem 12-Stunden-Tag muss ich weniger Zeit mit meinen nervigen Kindern verbringen.«
»Mit dem 12-Stunden-Tag bleibt mir mehr Geld im Börsel, da ich weniger Zeit habe es nach der Arbeit auszugeben.«
»Mit dem 12-Stunden-Tag ist mein Tag endlich besser strukturiert und wird nicht so sinnlos verplempert.«

Fallen dir noch weitere positive Aspekte ein? Dann tweete diese unter dem Hashtag #12Std und weise auf unsere Website hin!